Freitag, 7. Dezember 2007

Oesterreich im Suedpazifik

Nach der nun schon fast verjaehrten Australientour ging es letzte Woche fuer einige Tage mit Zoja und Niko, also dem kompletten Down Under-Team, in die oesterreichische Natur-Enklave im Suedpazifik. Schneebedeckte Berge, tiefblaue Seen, glasklare Luft, Tourismuszentrierung mit nicht zu professioneller Freundlichkeit – da koennen sogar die Tiroler noch was lernen -- und nicht zu vergessen ein ewig blauer Himmel. Mit einem Wort so denken und wuenschen wir uns Oesterreich und auch die Vegetation erinnert das botanisch ungebildete Dermatologenauge an unsere Alpenheimat. Und Sie benutzen sogar den Namen „Alps“ fuer Ihre Berge; das oestereichische Patentamt scheint versagt zu haben, zumal Sie sogar einen Gletscher despektierlich nach dem vorletzten Monarchen aus dem Geschlechte der Habsburger benannt haben. Aber es gibt doch einige Unterschiede zum wahren Alpenreich wie zum Beispiel 10mal mehr Schafe als Menschen – die Aussies lachen sich regelmaessig halbtot darueber – ja, wir koennen beruhigt sein; uns bleiben 80 Millionen Schafe erspart. Und was bei uns Karl Schranz, Franz Klammer und Hermann Maier an nationalem Stolz induziert haben ist marginal gegen den Mythos und die Legende der ALL BLACKS – ja, wir ungebildeten Mitteleuropaer denken vielleicht an das beruehmte schwarze Loch oder an eine Suedseesekte und nicht im geringsten daran, dass es sich bei den ALL BLACKS um DIE Rugby-Goetter handelt. Aehnlich wie die Selecao (die von Gott gesandten Brasilianischen Fussballer) lieben es die All BLACKS bei Weltmeisterschaften gegen Frankreich zu verlieren und eine Nation sprichwoertlich in die Depression zu treiben. Ob auch die 40Millionen Schafe (es gibt ja nur 4 Millionen Einwohner und jaehrlich wandert 1% unverstaendlicherweise ins schwuele Queensland aus) an der Rugby-induzierten Depression teilnahmen ist nicht bekannt. Aber nun zu den absoluten Highlights unseres Besuches – der Fahrt mit dem Shotover Jet Boat am gleichnamigen Shotover River – um es auf den Punkt zu bringen – nicht einmal Fliegen ist schoener und Niko hat im jugendlichen Uebermut das Vergnuegen doppelt genossen. Trockenschlittenfahrt mit unnachahmbar schoenem Panorama und unendliche Gelassenheit sowie ozonloch-bedingte Gesichtssonnenbraende runden einen einzigartigen Ausflugstag nach Koeniginsstadt (auf neuenglisch Queenstown) ab und lassen den Abschied zu schwer fallen. Aber es tut gut zu wissen, dass nahe bei down under eine Schwester-Insel mit Meer umspuelten schneebedeckten Bergen und bootlosen Seen fuer die naechsten Jahrhunderte auf uns wartet.