Donnerstag, 24. Jänner 2008

Dermatologie ohne Grenzen

Nach 6 Monaten einschlaegiger beruflicher Erfahrung am Princess Alexandra Hospital, dem zweitgroessten Lehrkrankenhaus der University of Queensland, in Brisbane/Queensland ist festzuhalten, dass in einer scheinbar grenzenlosen Welt doch einige wesentliche Unterschiede zum mitteleuropaeischen Standard bestehen. Das australische Gesundheitssystem mit seinem beschraenkten oeffentlichen Zugang, die vom Australasian College of Dermatology eng kontrollierte Ausbildung der DermatologInnen, und das nahezu vollstaendige Fehlen einer akademischen Dermatologie bei gleichzeitiger Praesenz einer hochkaraetigen Grundlagenforschung am Biosystem Haut repraesentieren einen ungewohnten und zugleich spannenden gesundheitspolitischen, standespolitischen und hochschulpolitischen Zugang. Und das Spektrum der Dermatologie ist ein voellig anderes. Fuer mitteleuropaische Verhaeltnisse nicht nachvollziehbar wird der dermatologische Alltag hier ueberschattet von massiv ausgepraegten UV-Schaedigungen der Haut mit einer Unzahl von Hautkarzinomen und Melanomen. Das faszinierende Spektrum klassischer Dermatosen wird dadurch in den Hintergrund gedraengt, erscheint dezimiert und ist weniger bunt. Die in unseren Breiten seit Jahrzehnten gelebte und breit etablierte Spezialisierung der Dermatologie steckt in „down under“ noch in den Kinderschuhen. Auch Teledermatologie ist, trotz der nahezu unendlichen Weiten des Landes, noch nicht ansatzweise implementiert. Die Moeglichkeiten zum Lehren, Forschen und zur aerztlichen Taetigkeit auf dem Gebiet der Dermatologie sind jedenfalls grenzenlos.

1 Kommentar:

Anonym hat gesagt…

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